Reiseführer

Unsere „Reiseführer” in normierter Form: Eindrücke, Land & Leute, Ausflugsziele, Strände, Sport & Freizeit, Essen & Trinken, Ausgehen. Auch absatzweise verwertbar.

 

Beispiel Kuba

 

Eindrücke

In Havanna

Die restaurierte Altstadt Havannas, Kubas Hauptstadt, verströmt heute wieder den bunten Zauber, der in den 50er-Jahren US-Bürger auf die Insel vor ihrer Haustür zog. Wer hätte das gedacht, als vor 40 Jahren die Bordells und Zockerbars geschlossen wurden und Comandante Fidel Castro siegreich Einzug hielt? Und wer hätte vermutet, dass die Karibikinsel - von den USA mit Handelsboykott belegt - den Abtritt der UdSSR von der sozialistischen Weltbühne auch nur ein Jahr überleben würde? Aber Kuba hat sich seiner Trümpfe erinnert und ein sozialistisches Tropenparadies eröffnet, für das es Touristen den roten Teppich ausrollt. Über zwei Millionen von ihnen vergnügen sich jährlich in den Resorts an den weißen Stränden, in Shopping Malls, Cafés oder auf Erlebnistouren im wilden Osten der Insel. Platz haben sie - das Eiland war schon immer größer als die DDR.

 

Land & Leute

Wer die Insel erkundet - Spanischkenntnisse sind nützlich, aber nicht mehr unabdingbar -, begegnet einem lebensfrohen Völkchen, das auch immer wieder über alltägliche Nöte oder sogar politische Verfolgung auf Kuba zu berichten weiß. Westliche Besucher sollten sich mit Kritik zurückhalten, denn wenn es drauf ankommt, identifiziert sich fast jeder Kubaner mit seinem Land und seiner revolutionären Geschichte. Vielen Touristen gefällt der respektvolle Umgang der Einheimischen untereinander, und wer im Urlaub lateinamerikanischen Machismo kennenlernen wollte, hat sich nicht die typischste Insel ausgesucht.

 

Auf Kuba ist es heiß, selbst in den Wintermonaten steigt das Thermometer auf über 20 Grad an, im Sommer auf über 30 Grad. In der Regel weht ein leichter, an der Küste frischerer Wind, der von Einheimischen wie Touristen meist als angenehm empfunden wird. Von November bis April regnet es nur selten.

 

Tourismus

Kuba ist die größte Insel in der Karibik und eröffnet Besuchern Möglichkeiten auch abseits der Strände und der Metropole Havanna. Naturfreunde kehren gern hier her zurück, um auf stets neuen Touren oder Wanderungen den schönen, manchmal gottverlassenen Osten des Eilands zu erkunden, in dessen einsamsten Schluchten nicht mal Bauerndörfer von der Zivilisation künden. Havanna liegt 1000 Kilometer entfernt. Nicht nur für Wanderer sind die Wintermonate die beste Reisezeit.

 

Wer gern mit der Einkaufstasche loszieht, muss in den Badeorten und in Havanna nirgendwo die Entscheidung zwischen Shopping und Sozialismus treffen, denn die Revolution verträgt sich auf ihre alten Tage reibungslos mit glitzernden Ladengalerien und unzähligen kleinen Geschäften, deren Angebot alle Geldbeutel berücksichtigt. Es gibt jede Menge Billigflüge und Last-minute-Angebote: Zwei Wochen im Strandhotel lassen sich samt Flug schon ab 800 Euro buchen, und alle, die sich ihre Unterkunft selbst suchen - Privatpensionen sind eine tolle Alternative -, fliegen ab 600 Euro von Deutschland aus hin und zurück. Wer mehr anlegt, kann sich für einen Tauchurlaub oder All-inclusive entscheiden. Als letzter Karibikstaat verfügt Kuba über ein Eisenbahnnetz, das auf über 4000 Kilometer Strecke Millionen Passagiere transportiert. Ansonsten sind Busse das öffentliche Verkehrsmittel der Wahl.

 

Ausflugsziele

Kuba hat attraktive Städtchen, versteckte Buchten, 2000 Meter hohe Berge und zwei Metropolen: Havanna im Westen und Santiago de Cuba am Ostzipfel der Insel. Kubas Hauptstadt ist das Karibik-Schmuckstück, die Altstadt und die neu angelegte Infrastruktur wird von Stadtplanern bewundert. Geschäftige Gassen verbinden belebte Plätze, Boulevards erlauben Ansichten einer Zwei-Millionen-City, die heute zu den sehenswertesten Weltstädten zählt. Nicht fehlen darf dann auch ein Glitzerschuppen wie das „Cabaret Tropicana”, ein Tanzereignis unter freiem Nachthimmel und mit Kubas allerschönsten Revuegirls, die Frauen jubeln und Männer seufzen lassen.

 

Wer sich dem allgegenwärtigen Havanna entziehen will, ist in Santiago gut aufgehoben. Ein Tag und eine Nacht im „Expresszug Nr. 1″ (oder zwei Stunden Inlandsflug) bringen Besucher in eine original kubanische (Kultur-)Welt, in der Touristen willkommen und als Individualreisende zu sehen sind. In der uralten Hafenstadt eröffnete 1862 ein Spanier eine Destille. Sein Name: Don Bacardi. Knapp 100 Jahre später erklärten bewaffnete Revolutionäre unter Führung eines Doktors der Rechtswissenschaften Santiago zur ersten befreiten Stadt Kubas. Der Name des Kommandanten: Fidel Castro.

 

Strände

Zu den schönsten der schönen Strände Kubas zählt der Varadero an der Nordküste. Vor der Revolution war er Refugium US-amerikanischer Millionäre und ist seit 1959 frei zugänglich. Attraktiv sind seine Lage und das Angebot für Surfer, Segler, Taucher und Hochseeangler. Wer sich von Ausflügen nach Trinidad oder zu vorgelagerten Inseln nicht locken lässt, hält sich mit Besuchen von Fischrestaurants oder Karibikshows bei Laune. Ein anderes Juwel ist Cayo Largo, eine 25 Kilometer lange Insel vor der Südküste, erreichbar per Schiff oder Flugzeug. Hotels und Resorts ballen sich in praktischer Weise so zusammen, dass der Rest der Insel fast unberührt ist. Warmes Wasser, Korallenriffe, Tauchclub - und die schönsten Hotels hat Castro alle persönlich eingeweiht. Viele Anbieter offerieren Pauschalwochen auf Cayo Largo.

 

Sport & Freizeit

Die Tauchhits: Maria La Gorda - Außenriff nahe der Küste, schwache Strömung, Sichtweiten über 40 Meter, gut für Anfänger; Guardalavaca - Korallentäler, Grotten, deutsche Tauchschule (www.cuba-divers.com); Jardines del Rey - Rifftauchers Traum, viele Wracks, Walhaie; Marea del Portillo - Schnorchelgebiet mit 16 Spots; Santiago de Cuba - über 20 Spots mit Korallenbergen und Steilwänden. An allen Tauchbasen bieten Tauchlehrer ihre Dienste an, mit einer Leihausrüstung kommen Neulinge nach Prüfung auch zu einem ersten Tauchschein.

 

Wer statt Flossen lieber schicke Schuhe an die Füße zieht, findet in Kubas zahllosen „Academias” Partner oder Lehrer für Cha-Cha-Cha, Salsa und Son Cubano (Buena Vista Social Club). Spezialisten bieten komplette Tanzreisen an. Süßwasser- und Hochseeangler pilgern genauso gern nach Kuba, und an den vielen Häfen für Segler werden Katamaranfahrten und Surferkurse angeboten, Brett- und Bootsverleih stehen parat.

 

Essen & Trinken

Vergessen Sie Kubas Strände, den Tanzkurs und die Revolution: Allein um herrlich essen zu gehen, lohnt sich jede Reise auf die Insel. Kapitalistische Armut und sozialistische Knappheit hat die Kubaner das Zaubern am Kochtopf gelehrt, keine Garmethode, die am Meeresgetier nicht ausprobiert wurde, in die Suppe wandert erst das Huhn, einen Tag später Bohnen und am Ende dann einfach Mais und viel Knoblauch. Süßwürzige, frittierte Beilagen wie Yams, Kochbananen oder Süßkartoffeln sind mit einer feurigen Soße ein Erlebnis, und wer nicht zuschauen will, wie seine lebende Languste mit dem Kopf vorweg in die kochende Brühe kommt, spielt solange mit den Minzblättern in seinem Mojito-Cocktail, der hier erfunden wurde. Natürlich mit weißem Rum aus Zuckerrohr, zum Beispiel der Sorte „Havana Club” - dem Bacardi trauert auf Kuba niemand hinterher.

 

Ausgehen

Mitten in Havanna hat ein österreichisches Brauhaus eine Biergaststätte (Taberna de la Muralla) eröffnet, die Touristen wie Einheimische gleichermaßen anzieht. Wer es origineller mag, lenkt seine Schritte in die Bodeguita del Medio, eine anheimelnde Bar, die einen berühmten Mojito serviert. Wem es dort immer noch zu viele Touristen sind, wechselt ins rund um die Uhr geöffnete Café Paris.